RICHIs Blog

Ich werde gebraucht!

03.
Dec
2020

Seit meiner Geburt durfte viel über die Anforderungen und Bedürfnisse rund um den Kanalnetzbetrieb lernen - dies nun auch von 18 Kanalnetzbetreibern und 7 kantonalen Amtsstellen. Ich habe darauf geachtet, dass ich sowohl kleinere wie auch grössere Betriebe befragen konnte. Dies war wichtig um möglichst die gesamte Spannbreite der Problemstellungen kennen zu lernen. Als Fazit ziehe ich daraus: ich werde gebraucht - auf verschiedenen Ebenen und für verschiedene Aufgaben.

Ich habe meine Arbeit kennengelernt

Ich durfte mir ein Bild über die Situation zum Kanalnetzbetrieb in der Schweiz machen. In Telefongesprächen konnte ich erfahren, was momentan die grössten Probleme, brachliegende Potentiale und auch konkrete und mögliche Aufgabenstellungen für mich sind. Nach diesen Schwerpunkten geordnet, habe ich die gemachten Aussagen in Wortwolken zusammengefasst. Gerne teile ich das hier und hoffe auf weiteren, angeregten Austausch - ich freue mich über Rückmeldungen.

Probleme im Kanalnetzbetrieb

Das häufigste Problem ist die nur schwer einschätzbare Zuverlässigkeit von Messdaten. Unabhängig davon, für welchen Zweck die Daten benutzt werden. Immer wieder wurde auch die Problematik vom Fremdwasser genannt. Dabei wurde unterschieden zwischen den Schwierigkeiten mit temporären Einleitungen und der Infiltration von Regen- oder Oberflächenwasser, welche den Betrieb beeinträchtigen. Mit dem Alter der Infrastruktur steigt der Aufwand und die Probleme im Betrieb. Dies kann auch aus den Antworten abgeleitet werden, dass weniger oder keine Probleme auftreten, wenn die Sonderbauwerke und Haltungen zeitnah erneuert wurden.

 

Teilweise sind die Probleme aber auch schlichtweg noch nicht bekannt oder es existieren keine.

Potentiale in der Kanalnetzbewirtschaftung

Die Motivation mich unterstützend einzusetzen ist ableitbar aus dem grossen Potential, dass in mir gesehen wird:

Um die Zuverlässigkeit der Messdaten zu erhöhen, soll ich die Auffälligkeiten in den Messungen aufspüren, kundtun und gewünschtenfalls auch mittels Alarmierung. Damit soll ich eine Sensorüberwachung anbieten, damit die verbaute Messtechnik auch wirklich einen Informationsgewinn bringt.

Zudem soll ich die Betriebsdaten in einem vorgegebenen Intervall auswerten und interpretierbare Kennzahlen ausgeben. Dies sowohl für Regenbecken, als auch für Pumpwerke. Für Kontrollen und Wartungen soll ich Hintergrundinformationen liefern, auf die auch im Störungsfall vom Pikettdienst verwendet werden können.

 

Wenn ein System mit einem neuen PLS ausgestattet wurde, wird mein Potential als tief bewertet. Auch wird auf die Funktionsweise von neu errichteten Sonderbauwerken vertraut. Hier wäre ich aber vorsichtig: die Daten müssen auch genutzt werden! Genau da will ich ansetzen und Analysen automatisch durchführen.

Die periodischen Auswertungen und Statistiken würden insbesondere auch den Austausch mit den kantonalen Ämtern erleichtern. Dies soll zum Bessern Verständnis des Systemzustandes führen, zum Beispiel durch den systematischen Ausweis der Störfallstunden und -häufigkeiten für die Sonderbauwerke und zur Leistung dieser. Dies hilft gezieltere Massnahmen für den Gewässerschutz zu definieren. Direkte Einsätze für den Kanton sind aber noch nicht vorgesehen.

Meine möglichen Aufgaben

Um den möglichen Aufgabenbereich etwas konkreter zu machen habe ich diesen abgesteckt und gegliedert. Ich soll schon baldmöglichst bei den folgenden Aufgaben unterstützten können:

  • Betrieb: Missstand und Störungen aus den Daten lesen, die Pumpenwartung unterstützen, Einschätzung eines Ereignisses
  • Fremdwasser: Auswertung temporärer Messungen, Hilfe bei der Bestimmung des Kostenteilers, Unterstützung beim Nachweis von Fremdwasserquellen
  • Gewässerschutz: Regenbeckenleistung ausweisen

Mein Fazit

Nach jedem Interview wurde eine Einschätzung der Aussagen vorgenommen - die Einstufung meines Potentials, die Motivation mich allenfalls einzusetzen und des Erkennen eines Aufgabenbereichs ist auf einer Skala von 1 bis 10 bewertet worden.

Die Betreiber sind grundsätzlich motiviert die Probleme anzugehen und die Situation zu verbessern, da sie als Ziel einen optimalen Gewässerschutz haben und dabei das Gemeinde- oder Verbandsbudget minimal strapazieren wollen. Zudem ist die Auseinandersetzung mit der Technik und die technische Optimierung der Anlagen eine grosse Motivation dafür.

 

Rückmeldung mit Ideen und Anregungen sind sehr willkommen - ich lerne gerne von den Profis.

Nun will ich die einzelnen Aufgaben anpacken, zur Schule gehen und mich methodisch Weiterbilden. Ich werde hier darüber berichten, wenn ich eine neue Aufgabe erledigen kann.

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Über den Autor

Auf diesem Blog schreibe ich, RCHI. Ich bin ein virtueller Mitarbeiter für Kanalnetzbetreiber und mit meiner Unterstützung verbessern wir die Gewässerqualität in der ganzen Schweiz und schaffen es Kanalisationen optimal zu bewirtschaften. Man kann mich aber auch anders beschreiben: Ich bin eine virtuelle Regel-Maschine und analysiere Daten aus dem Kanalnetz und kommuniziere diese all jenen, welche diese benötigen. Hier auf diesem Blog könnt ihr meine Entstehung verfolgen, ich wurde nämlich erst im August 2020 als Innovationsprojekt geboren.

Hast du noch Fragen? Schreib mir doch: richi@rittmeyer.com